Viele Mac-Nutzer sind zu Recht frustriert, dass die Entwicklung von MagicMacX (einem TOS-System von ASH für Macs) eingeschlafen ist. Auf modernen Macs mit Mac OS X 10.6 oder höher läuft MagicMacX (MMX) nicht mehr oder nicht mehr vernünftig.
Einige sind umgestiegen auf unser natives Mac-Satzprogramm [url=http://www.icalamus.net/index.php?lan=de]iCalamus[/url], aber viele bleiben einfach bei Calamus. Die aus unserer Sicht momentan sinnvollste Art, Calamus auf einem Mac zu nutzen, ist tatsächlich, ihn in einer Windows-Umgebung laufen zu lassen. Hier ist eine Beschreibung, wie wir selbst es machen:
[size=large]Welchen Windows-Starter nehmen?[/size]
Apple bietet mit [b]Bootcamp[/b] eine Möglichkeit, auf modernen Intel-Macs ein Windows-Betriebssystem zu installieren, so als wenn der Mac irgendein PC wäre. Das ist die direkteste Möglichkeit, Windows auf einem Mac laufen zu lassen, der sich dann eben - mit Windows gestartet - wie ein Windows-PC verhält und die volle Geschwindigkeit des Computers nutzt. Aber als Mac-Nutzer will man normalerweise nicht vor einem Windows-Rechner sitzen, sondern seine gewohnte Mac-Umgebung behalten. Also scheidet die Option Bootcamp für die meisten aus.
Es gibt verschiedene Programme, die anbieten, Windows (aber auch andere Betriebssysteme wie z.B. Linux) in einer sogenannten Virtuellen Maschine (VM) unter Mac OS X zu installieren. Dazu gehören [b]Parallels, VMware Fusion, VirtualBox und Wine.[/b] Wir haben sie alle ausprobiert.
[b]Wine[/b] ist ein Windows-Nachbau, d.h., man muss keine Windows-Lizenz haben, sondern der [b]Win[/b]dows-[b]E[/b]mulator emuliert alle Windows-Funktionen. Alle? Nein, leider nicht. Und das ist das Problem. Denn Calamus benötigt einige Grafikfunktionen von Windows, die Wine nicht korrekt emuliert. Wine im aktuellen Zustand scheidet also aus.
[b]VirtualBox[/b] braucht eine Windows-Lizenz (genau wie die beiden noch zu besprechenden anderen VM-Lösungen), ist aber ziemlich zickig und - Calamus läuft darauf nicht vernünftig. Wäre schön gewesen, denn wie Wine ist VirtualBox bisher gratis.
[b]Parallels[/b] und VMware [b]Fusion[/b] sind professionelle VM-Lösungen, die sich in puncto Geschwindigkeit, Einstellmöglichkeiten und Leistung nichts tun. Sie sind die härtesten Konkurrenten und mal liegt der eine nach einem Update ein Jota vorn, mal der andere. - Aber: Parallels nistet sich ziemlich ekelig im Mac OS X ein und ist schwer wieder zu entfernen, während Fusion sich sehr ordentlich verhält.
Daher geben wir [b]VMware Fusion[/b] den Vorzug. (Ausgesprochen wird es übrigens "Wie-Emm-währ Fjuschn", aber die meisten sagen eh nur Fusion (Englisch ausgesprochen). Die einfache Version "Fusion 6" reicht völlig aus, die teurere Version "Fusion 6 Professional" ist nicht nötig.
[size=large]VM einrichten[/size]
Die Installation des Programms ist trivial. Man braucht, wie schon gesagt, eine gültige Windows-Lizenz, am besten auf der Original-CD. Windows XP reicht hier völlig aus. Auch muss es keine 64-bit-Version sein. Wenn es daran geht, die VM (also die Virtuelle Maschine) einzurichten, wird standardmäßig eine Maschine mit
1 Prozessorkern
512 MB RAM
40 GB Festplatte
vorgeschlagen. Wir empfehlen, den RAM-Wert gleich auf 1 GB hochzusetzen (mehr ist für Calamus nicht nötig), und die Anzahl der Prozessorkerne nicht zu erhöhen. Die 40-GB-Festplatte ist so in Ordnung, sie soll eigentlich nur Windows und Calamus beherbergen. Man kann sie nachträglich vergrößern oder verkleinern. Aber das ist vielleicht gar nicht nötig.
Wenn Windows installiert ist, was in der Regel ca. 30-40 Minuten dauert, kann Calamus installiert werden. Dazu braucht man unter Windows natürlich die Calamus-Installations-Exe für Windows, die [url=http://www.calamus.net/download/sl2006.php?lan=de]hier zu finden ist.[/url] Die Installation einfach so befolgen, wie vorgeschlagen. Anschließend findet man unter Windows im Verzeichnis C:\Calamus\SL2006de\ das Calamus-Programm und ein Starticon für Calamus auf dem Desktop.
Das Einstellen des Programms, das Hinzufügen von Modulen usw. funktioniert wie gewohnt.
[size=large]Verzeichnisse gemeinsam nutzen - unter Windows auch als Laufwerke möglich[/size]
Jetzt kommt das vielleicht Spannendste an dieser VM-Lösung:
Fusion bietet die Möglichkeit, diese Windows-Maschine (mit Calamus) entweder in einem Fenster auf dem Mac-Desktop laufen zu lassen, oder im Vollbildschirm-Modus (in dem man prinzipiell nichts von Mac OS X sieht) oder in einem sogenannten Unity-Modus. Der ist ziemlich cool, denn dann erscheinen z.B. im Mac-Finder auch Windows-Programme wie eben Calamus.
Die Fusion beider Welten geht noch weiter:
In den Einstellungen dieser VM kann man verschiedene Standard-Verzeichnisse des Mac (wie den Schreibtisch, den eigenen Dokumente-Ordner usw.), aber auch beliebige andere Ordner, mit Windows teilen. Sie erscheinen dann auf dem Windows-Schreibtisch in einem Ordnerlink "VMware-Ordnerfreigaben". Dieser wird technisch im Windows-System als Laufwerk [b]Z:\[/b] verlinkt. Dummerweise kann Calamus unter Windows mit einem Laufwerk Z:\ nichts anfangen, da der Starter für Calamus unter Windows dieses Verzeichnis ebenfalls schon intern für sich braucht.
Es ist aber relativ einfach möglich, eigene Ordner von der Mac-Seite mit Calamus (bzw. Windows) so zu teilen, dass von beiden Seiten auf Dateien zugegriffen oder Dateien verändert werden können. Nehmen wir an, auf Mac-Seite im Ordner "Dokumente" gibt es einen Ordner "Laufwerk D" und einen Ordner "Laufwerk G", in denen Sie Ihre Calamus-Dokumente verwalten. Diese Ordner mit Windows zu teilen, ist in Fusion einfach. In den Einstellungen zur VM geht das ganz rasch:
"Virtuelle Maschine > Einstellungen > Gemeinsame Nutzung" ist der selbsterklärende Dialog, in dem die Ordner zur gemeinsamen Nutzung eingerichtet werden können. Nach dem nächsten Windows-Start in der VM sollten im Verzeichnis Z:\ (bzw. im Desktop-Ordner "VMware-Ordnerfreigaben" dann die beiden Ordner "Laufwerk D" und "Laufwerk G" auftauchen.
Windows bietet die Möglichkeit, Ordnerpfade umzubiegen. Dazu gibt es den Commandshell-Befehl [b]SUBST[/b] (für "substitute" - ersetzen). Damit das dauerhaft geschieht, ist es sinnvoll, die entsprechenden Befehle in eine kleine Textdatei zu schreiben und diese in Windows als Autostart-Programm anzumelden. Und so geht's:
In Windows den [b]Editor[/b] suchen und starten.
In einem neuen Dokument diese Zeilen eingeben:
[code]subst d: "z:\Laufwerk D"
subst g: "z:\Laufwerk G"[/code]
und diese Datei z.B. unter "C:\Dokumente und Einstellungen\Administrator\substitute.bat" sichern. (.bat ist eine Windows-Dateiendung für sogenannte Batch-Dateien, die in der Commandshell ablaufen.) Anschließend im Windows-Explorer (also dem Finder von Windows) diese Datei suchen und auf das Start-Symbol unten links im Windows-Fenster ziehen. Wenn sich das Start-Fenster öffnet, die Datei weiterziehen auf "Alle Programme" und dort auf den Ordner "Autostart". Anschließend sollte dort ein Eintrag "Verknüpfung mit substitute" oder so ähnlich erscheinen.
Nach dem nächsten Windows-Start gibt es zwei neue Laufwerke, D: und G:, die genau die Inhalte der Mac-Verzeichnisse "~\Documents\Laufwerk D" und "~\Documents\Laufwerk G" anzeigen und für Windows - und damit für Calamus - bereitstellen.
Grüße / Greetings / Groetjes / Salutations,
Ulf Dunkel